Home
zurück
Gliederung
vor
Impressum
3.6.2 Ergänzende Therapien
Neben der medikamentösen Behandlung, die immer eine
Langzeittherapie ist, gibt es noch ergänzende Therapien.
Sie sollen hier nur kurz erwähnt werden.
- Epilepsiechirurgie
kommt dann in Betracht, wenn die Epilepsie entweder
von einem operativ behandelbaren Tumor oder einem operativ
entfernbaren Epilepsieherd ausgeht. Es muss unbedingt
gewährleistet sein, dass die Operation keine Schäden am gesunden
Gehirn hinterlässt.
- EEG-Biofeedback
kommt nur für Patienten in Betracht, die den Beginn
ihrer Anfälle spüren, sehr geduldig und bereit sind, sich über
lange Zeit selbst zu kontrollieren. Bei dieser Methode lernt der
Patient zunächst sein eigenes EEG kennen und es zu kontrollieren.
Spürt er den Beginn eines Anfalls (Aura = Unwohlsein, veränderte
Geruchs- oder Geschmacksempfindungen ...) muss er versuchen, die
Frequenz seines EEG aktiv zu beeinflussen. Das Training und die
Kontrolle hierzu erfolgen so lange am Computer, bis der Patient
Frequenzveränderungen selbst hervorrufen kann.
- Verhaltenstherapie
ist geeignet für Epilepsiekranke, die um die
Auslöser ihrer Anfälle wissen. Merkt der Betroffene den Beginn
eines Anfalles durch eine Aura, kann er diesem entgegenwirken,
indem er sich auf bestimmte Mechanismen konzentriert wie z.B.
Hände fest zusammendrücken, Fixieren eines bestimmten Punktes mit
den Augen ... Wichtig ist natürlich auch, anfallsauslösende
Faktoren wie z.B. Flackerlicht oder ohrenbetäubenden Lärm zu
vermeiden. Manchmal entwickeln Patienten für sie geeignete
Strategien ganz alleine. In Therapiegruppen kann gemeinsam unter
Anleitung am eigenen Verhalten gearbeitet werden.
- Der Vollständigkeit halber muss hier ebenfalls die
Psychotherapie genannt werden, kann sie doch bei
psychischen Belastungen wegen der Erkrankung oder bei psychisch
bedingten Auslösern einer Epilepsie hilfreich sein.
Entscheidend bleibt jedoch fest zu halten: Die genannten
Therapien können keine Alternativen zur medikamentösen
Behandlung darstellen, sondern nur ergänzend angewendet werden.
Die medikamentöse Mindestbehandlungszeit beträgt 2,5 bis 3 Jahre.
Auch nach Absetzen des Medikaments ist eine Rückfallgefahr immer
gegeben. Dennoch gibt es Anlass zur Zuversicht:
Unter Medikamenteneinnahme werden ca. 80 % der
Epilepsiekranken anfallsfrei.
Home
zurück
Gliederung
vor
Impressum