Home
zurück
Gliederung
vor
Impressum
3.7 Erste Hilfe bei epileptischen Anfällen
Obwohl ein großer epileptischer Anfall (Grand
mal-Anfall) immer sehr bedrohlich aussieht, ist er für den Betroffenen
selten lebensgefährlich. Gefahr droht allenfalls beim Hinfallen
durch dabei entstehende Verletzungen oder durch falsche
"Hilfeleistung".
Ein besonnener Ersthelfer sollte
- Ruhe bewahren,
- den Zeitpunkt des Anfallsbeginns registrieren,
- den Betroffenen möglichst liegen lassen,
- um den Patienten herum Platz freimachen oder ihn aus der
Gefahrenzone ziehen (Rautek-Griff),
- beengende Kleidungsstücke (Krawatten, Tücher, Hemdkragen ...)
lockern bzw. öffnen,
- den Kopf möglichst auf eine weiche, aber flache Unterlage
betten,
- nach dem Anfall den Patienten in die stabile Seitenlage nach
links bringen und betreuen, bis er wieder ganz wach ist,
- das Anfallsende registrieren.
Keinesfalls sollte man
- Gegenstände in den Mund stecken, um Zungenbisse zu
vermeiden,
- zuckende Gliedmaßen festhalten,
- versuchen den Mund zu öffnen, um zu "beatmen",
- Stimulationsversuche unternehmen durch Schläge,
Kalt-Wasser-Anwendung und dergleichen.
Nur wenn ein Anfall länger als 5 Minuten dauert oder
wenn mehrere (große) Anfälle hintereinander auftreten, muss sofort
ein Arzt gerufen oder der Patient ins Krankenhaus gebracht
werden.
Alle anderen epileptischen Anfälle erfordern keine
besonderen Erste-Hilfe-Maßnahmen. Wichtig sind jedoch immer
der Zuspruch, die Betreuung und das besondere Gespür für
die Würde des Kranken.
Home
zurück
Gliederung
vor
Impressum