Home
zurück
Gliederung
vor
Impressum
8.7.4.6 Typische Fragen zu Epilepsien und Kuriosa
aus dem Epilepsie Diskussionsforum im Internet
(www.epilepsie-online.de)
Im Diskussionsforum diskutieren Betroffene,
Angehörige, Freunde, Berufsgruppen und Interessierte, die mit
epilepsiekranken Menschen zu tun haben. Selbst Hundebesitzer, deren
Hunde Epilepsie haben, stellen ihre Fragen.
Verschiedenste Themen, die das Leben mit Epilepsien
betreffen, werden angesprochen. Hier einige Beispiele:
Fragen zum Krankheitsbild der Epilepsien
- Mein Kind hat seit einem Jahr Absencen, gehen die wieder
weg?
- Mein Sohn schreit immer wieder so komisch und zuckt dabei,
kann das ein epileptischer Anfall sein?
- Die Lehrerin meiner 10-jährigen Tochter meint, dass die
Träumereien meiner Tochter auch Absencen sein könnten, wie kann
man das ´rausfinden?
- Der Arzt sagt, dass unser Sohn (12) eine Aufwach-Epilepsie
hat, was ist das?
- Wo bekomme ich Informationen über Anfallsleiden, bei meinem
Kind ist eine Epilepsie festgestellt worden.
Fragen zur Therapie
- Meine Tochter, 15 Jahre alt, ist umgestellt worden auf
Orfiril. Dabei nimmt sie extrem zu und wird schon in der Schule
gehänselt. Wer hat auch solche Erfahrungen gemacht?
- Meine Tochter (12), bekommt seit einigen Wochen Timonil. Sie
ist seit dem total verlangsamt und wird möglicherweise deshalb die
Versetzung nicht schaffen. Was können wir tun?
- Ich möchte meinem Sohn die Tabletten nicht weiter geben, weil
er sich nicht mehr konzentrieren kann und auch sehr aggressiv
geworden ist. Wir denken das liegt an den Medikamenten. Gibt es
auch Alternative Therapien, die wirken?
- Wir behandeln unsere Kinder immer mit homöopathischen Mitteln
und haben auch bei der Epilepsie unseres Florians sehr gute
Erfahrungen gemacht.
- Ich bin 18 Jahre alt und habe seit 4 Jahren Anfälle. Nun habe
ich gehört, dass Canabis gut gegen Anfälle ist, stimmt das?
Fragen zur Lebensführung
- Mein Arzt verbietet mir Alkohol und Drogen. Ich bin 17 Jahre
alt und will genauso normal leben wie meine Freunde. Schaden
Drogen und Alki wirklich?
- Ich will meinen Motorrad-Führerschein machen, darf man das mit
Anfällen?
- Ich habe nur monatlich einen großen Anfall, damit kann man
doch Autofahren?
- Vor einer Woche ging ich in die Diskothek und bekam einen
Grand mal-Anfall. Ich hatte nur als kleines Kind Fieberkrämpfe -
was soll ich jetzt tun, ich bin total unglücklich? Ich traue mich
überhaupt nicht mehr raus.
- Meine Tochter will unbedingt einen Gameboy, darf eine
Epileptikerin so etwas überhaupt haben?
- Mein Sohn will unbedingt mit auf Klassenfahrt gehen. Ich will
ihn aber wegen seinem Anfallsleiden nicht mitfahren lassen. Er hat
zwar seit einem Jahr keine Anfälle mehr, aber ich fürchte, daß er
sich dort nicht an seine Regeln hält und womöglich auch noch seine
Tabletten vergißt. Ich will nie mehr einen Anfall sehen, das ist
zu furchtbar.
- Ich habe eine Schülerin in meiner Klasse, die unter vielen
verschiedenen Anfälle leidet. Die Eltern wollen sie aber nicht
weiter behandeln lassen, weil sie der Meinung sind, daß die
Anfälle nicht so schlimm sind, wie die Medikamente. Ich habe aber
das Gefühl, daß die Anfälle zunehmen. Ist das Verhalten der Eltern
richtig?
- Wir haben einen Schüler mit Anfällen, bei denen er immer
´rumläuft und am Ohrläppchen reibt. Wir wissen nicht so recht, wie
wir uns verhalten sollen. Gibt es Verhaltensregeln und wo bekommen
wir Informationsmaterial her?
- Kein Wunder, dass mein Sohn immer noch Anfälle hat, er hängt
ja ständig vor dem Computer und spielt brutale Spiele.
Vorurteile und Kurioses zu Epilepsien
"Die Benutzung des Bades und seiner Einrichtungen
steht grundsätzlich jedermann frei. Ausgeschlossen sind Personen mit
ansteckenden Krankheiten, Epileptiker, Drogenkonsumenten und
Betrunkene."
(Badeordnung einer deutschen Kreisstadt aus dem Jahre
1998).
"Diese Menschen mit dieser Krankheit sind in sich
verkapselt und nicht fähig, sich mitzuteilen - vor allen Dingen
nicht im Intimbereich."
(Auszug aus dem Urteil eines kirchlichen Ehegerichts
aus dem Jahr 1975).
"Zu vorgenannten Dingen brauche ich umgehend Ihren
Rat, bitte spätestens bis zum 30.6., da wir in Urlaub fahren, unsere
Nachbarin einen Schlüssel bekommt und nicht erfahren darf, dass ich
ein in einer bestimmten Richtung krankes Kind habe; keiner im Haus
weiß das, weil mans nicht merkt und er hochintelligent ist
(Gymnasium) - da wissens nur die Lehrer und er würde seelisch zu
Grunde gehen, weil er dafür gehänselt würde. Das würde er nicht
verkraften, darum hätte ich Ihre Antwort gerne bis zum 30.6.."
(Aus dem Brief einer Mutter vom Mai 1988)
Quelle: Hansgeorg Schneble: "Epilepsie bei Kindern:
Wie ihre Familie damit leben lernt", Thieme Verlag Stuttgart,
1999
Home
zurück
Gliederung
vor
Impressum